Das Anschreiben

Das Schöne bei diesem Brief ist, dass er zum einen Teil ein sehr persönlicher Brief ist, zum anderen aber auch sachlich informieren soll. Da spannt sich ein wahres Spielfeld auf! Es gibt nur wenige, dafür aber offensichtliche Regeln, die nicht verletzt werden dürfen. Es gibt die DIN 5008, durch die der Aufbau des Schreibens gut vorgegeben ist. Es gibt nur sehr wenig, das in das Anschreiben hinein MUSS, ein bisschen etwas, das hinein SOLL… und so einiges, das man sich rücksichtsvoll sparen kann.

Vor allem aber gibt es sehr vieles, das hinein DARF. Der Grund dafür ist dieser: Wer Ihre Bewerbung liest, ist ein Mensch wie Sie,  und wir Menschen haben ein dringendes Bedürfnis nach zwei Dingen, nämlich Information und Unterhaltung. Das Bewerbungsschreiben ist perfekt für diese Mischung, wenn man weiß, wie´s geht.

Das Dilemma ist:

So, wie man es sagen möchte, kann man es ja nicht schreiben. Aber so, wie man es schreiben würde… so würde man es nie sagen!

Es ist der Marsch auf dem schmalen Grat zwischen Schrift- und Umgangssprache. Nicht jeder Schritt ist wirklich sicher. Links geht’s steil runter ins scharfkantige Geröll der Schriftsprache, rechts ist der verschlammte Umgangssprachen-See, und man sieht nicht immer, wo man hintritt. Umso wichtiger ist es, einen fähigen, erfahrenen Scout zu haben, der weiß, welcher Stein fest liegt und einen trägt. Es sind nicht die erfahrenen Bergführer, deren Wandergruppen in Not geraten – es sind diejenigen, die selber noch nicht oft hier oben waren.

Lassen Sie uns ein Auge werfen auf den Lebenslauf.