„Was ist denn so falsch daran, sich an Bewerbungstipps aus dem Buch oder bei Youtube zu orientieren?“

Nichts. Und es wäre anmaßend, etwas anderes zu behaupten, denn es gibt viele Menschen, die Sie an großer Erfahrung teilhaben lassen. Nehmen Sie das ruhig mit, es wird nicht schaden. Falsch ist aber die Annahme, diese Tipps ließen sich immer „eins zu eins“ übernehmen. Wie erfahren der Ratgeber im Internet oder im Buch auch sein mag: Es liegt z.B. einfach nicht jedem, mit Wörtern zu jonglieren. Und sich selber anzubieten (und darum geht es ja bei einer Bewerbung) ist vielen Menschen ein einziger Graus. Von 100 Bewerbungen erkennt ein erfahrener Personaler mindestens drei Viertel derer, die „nach Plan“ geschrieben sind. Das muss nichts heißen, aber….:

„Ich lese echt nicht jede Zeile bei Bewerbungen. Aber wenn ich doch merke, da hat sich einer Mühe gemacht und will mich wirklich überzeugen, dann lad‘ ich mir den auch ein.“ (O-Ton einer Geschäftsführerin im Sanitärgroßhandel)

Vergessen Sie bitte nicht: Einen „Bewerbungsratgeber“ zu veröffentlichen, als Personalchefin Bewerbungen zu lesen oder selber Bewerbungen zu verfassen – das sind drei völlig unterschiedliche Dinge.

Mit Stand vom 27. März 2020 haben 522 Bewerbungen meine Rechner verlassen: Von Auszubildenden im Einzelhandel über Krankenschwestern und Handwerksgesellen bis hin zum Tiefbau-Ingenieur und Verkehrspiloten.